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Healthy Kidsfood

Interview mit Sara von “Schnabel-auf.de”

Sara Zeitlmann, Dr. Harald Hüther und Ariane Baldermann beschäftigt sich mit ihrem Blog “schnabel-auf” (www.schnabel-auf.de) sowohl mit ernährungswissenschaftlichen Aspekten als auch mit leckeren und gesunden Rezepten für Kinder.  Dr. Harald Hüther beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Seite der Rezepte & Ratgeber und ist somit zuständig für das medizinische Know-How bei “Schnabel-auf”, Sara und Ariane sind für den kreativen Content verantwortlich.

Wir durften Sara (übrigens auf dem Bild oben die Dame mit den blonden Haaren) – Gründerin von “Schnabel-auf” – und Doc Hary kürzlich interviewen und haben ein paar interessante Antworten bekommen. Und was bei uns – Epi-Food  – natürlich nie fehlen darf: Rezepte, haben wir auch ein paar bekommen. Aber lest selbst…PS: Am Ende findet ihr unser “Schnabel-auf”-inspiriertes glutenfreies Mangobrot-Rezept..

1. Liebe Sara, wir haben schon auf deinem Blog gesehen, dass du gesunde Rezepte für Kinder machst ? Kannst du dich und deinen Blog kurz vorstellen ?

Hallo, sehr gerne stelle ich uns vor. „Wir“ sind nämlich gleich 3 Gesundesser auf der Mission mehr Bewusstsein für gesunde Ernährung in die Familien zu bringen. Ich selbst bin Sara und Mama einer 4 ½ jährigen Tochter. Als Redakteurin für Gesundheitsthemen und Ernährungsberaterin darf ich auf dem Blog meine Leidenschaft zum Schreiben mit dem Spaß an Kochexperimenten vereinen. Die Idee zum Blog kam mit Doc Hary, im realen Leben Dr. Harald Hüther. Er ist Arzt für Naturheilkunde und wir beide wollten schon lange zusammen ein Kochbuch schreiben. Daraus wurde dann der Blog. Er hat das medizinische Know How, warum welches Essen gut für uns ist und gibt außerdem Tipps wie z.B. homöopathische Reiseapotheke oder Hilfe bei Kinderkrankheiten. Das finde ich mega wichtig, zu wissen WARUM man etwas macht oder nicht macht. Und die dritte im Bunde ist meine liebe Freundin Ari, Ariane Baldermann. Sie ist Mama von 2 Kindern (2 ½ und 4) und kocht sehr gerne regional und saisonal . Ari passt auf, dass unsere Rezepte alltagstauglich bleiben und kümmert sich um das ganze drumherum. Sie bringt quasi Struktur ins kreative Chaos.
Bei uns kann man leckere Rezepte für die ganze Familie bekommen und wir nehmen Rücksicht auf Unverträglichkeiten wie Gluten (ich selbst habe Zöliakie und in meine Küche kommt kein Gluten 😉 ), Laktose oder Fruktose. Außerdem geben wir jeden Monat schwerpunktmäßig Tipps für z.B. mehr Nachhaltigkeit in der Küche oder Thema Darmgesundheit oder wir schreiben einfach über mehr Harmonie am Küchentisch. Wir wollen Anreize geben, wie man sich trotz hektischem Familienalltag gesund ernähren kann und Spaß daran hat.

2. Auf was kommt es an bei gesunder Ernährung für Kinder? Muss es ein einfaches oder komplexes Gericht sein oder spielen sogar besondere Geschmacksrichtungen eine Rolle?

Hihi, auf die Frage könnte ich in einem ganzen Buch antworten. Ich versuche meine drei wichtigsten Aspekte zusammenzufassen. Ich glaube tatsächlich, dass der Geschmack das A und O ist. Schmeckt es nicht, sinkt die Laune am Tisch – bei der Mama, die sich viel Mühe beim Kochen gemacht hat und natürlich beim Kind. Gute Laune gehört zu gesunder Ernährung dazu. Unter Stress bringen die ganzen tollen Vitalstoffe nix. Ich würde also die Zutaten an den Geschmack der Familie anpassen. Wir essen persönlich gern asiatisch und so kann ich diverse Gemüsesorten mit Sojasoße oder als Curry schmackhaft machen. Als zweiten Aspekt würde ich die Zusammenstellung ansprechen wollen – je bunter desto besser. Es muss kein komplexes Gericht sein. Ich nehme zum Beispiel gern als Faustregel 3 verschiedene Gemüsesorten pro Gericht und das macht schon 2/4 des Teller aus, dann ein Viertel die sättigende Beilage wie Reis, Quinoa, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Nudeln oder Pfannkuchen usw. und ein Viertel geht für den Fettanteil drauf z.B. Kokosmilch, Sahne oder Nüsse. Das kann dann ab und zu mit Fleisch oder Fisch kombiniert werden. Und man glaubt nicht, was man mit dieser Faustregel alles machen kann. Von gefüllten Pfannkuchen über Aufläufe bis zum klassischen Nudelgericht. Der letzte Aspekt: Alle Zutaten so natürlich wie möglich. Frische Zutaten oder Tiefkühlobst  und – gemüse. Je weniger verarbeitete Lebensmittel, desto gesünder essen unsere Kinder auch in ihrem späteren Erwachsenen-Dasein. Der Geschmack gewöhnt sich nämlich schnell und ich finde es wichtig, dass Kinder wissen, wie ein natürliches Lebensmittel schmeckt. Und trotzdem bitte Ausnahmen zulassen – klar gibt es auch bei uns mal eine bestellte Pizza oder Schokotorte. 

3.Ich habe erst vor kurzem gehört, dass Kinder bis zu einem Alter von 3 Jahren gerne „monoton“ essen, d.h. sie essen alles, aber eben ganz alleine. Als Beispiel z.B. liebt meine Tochter Brokkoli, Kartoffeln und Pilze, aber diese dürfen nur mit etwas Salz gewürzt sein. Saucen oder auch „Bowls“ mag sie überhaupt nicht. Ist etwas dran an dieser „monotonen Theorie“?

Ich kann es nicht wissenschaftlich belegen, aber ja ich glaube schon. Die Kleinen mögen noch den „puren“ Geschmack und sind mit zu viel Geschmäckern auf einmal überfordert. Für mich macht das rein evolutionstechnisch absolut Sinn. Früher wurde gesammelt und gejagt – und am Ende einzeln ohne Soße gegessen. Und so wie wir jetzt essen und was uns alles zur Verfügung steht, das ist ja nur ein zeitlicher Bruchteil der Menschheitsgeschichte. Viele begründen damit auch die Unverträglichkeiten auf Getreide-, und Milchprodukte. Wir essen ganz anders und unser Körper kann sich nicht so schnell anpassen, wie wir denken. Für mich klingt das sehr plausibel. Übrigens isst meine Tochter Leni ganz ähnlich wie Deine 😊. Sie liebt Zutaten pur und ich finde das schön so. So komme auch ich in den Genuss den Brokkoli pur zu genießen und nicht in Soße zu ertränken. Eins unserer Lieblingsgerichte ist zum Beispiel eine „pure Bowl“: Naturreis, gedämpfter Brokkoli und Karotten, aufgeschnittene Avocado, Shrimps nur in Salz und Zitrone gedünstet und Sesam drüber. Das alles kommt NEBENEINANDER auf den Teller und dazu steht ein Schüsselchen mit Soße (2/3 Sojasoße, 1/3 Wasser und Spritzer Limettensaft) auf dem Tisch und meine Tochter isst alles nacheinander, während wir Erwachsene alles auf einer Gabel mischen 😊. 

4. Kinder brauchen mehr Nährstoffe aufgrund ihres Wachstums. Ist das wahr und wie stellen wir sicher, dass unsere Kinder alle Nährstoffe erhalten?

Ich widme mich mal der zweiten Frage und gebe die erste an Doc Hary weiter. Dass Kinder alle Nährstoffe erhalten ist nahezu unmöglich und wir würden uns und unsere Kinder wahrscheinlich verrückt machen. Eine gute Basis ist aber sicher die Regel „5 am Tag“. Drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst am Tag sollten es ein. Und das ist einfacher als gedacht. Alleine die Brotzeitbox deckt bei uns schon 2 Portionen Gemüse und eine Portion Obst ab. Dann ein Abendessen mit Gemüse oder Abendbrot mit bisschen Rohkost, ein Smoothie oder Nüsse als Snack zwischendurch und schon sind die Kinder bei 5 Portionen. Eine Portion entspricht einer vollen Hand. Also wachsen die Portionen praktisch mit. Wer mag, kann gerne meinen Artikel darüber lesen: https://www.schnabel-auf.de/5-am-tag-schafft-ihr-das-auch-2/ .
Und jetzt übergebe ich an Hary für die Menge an Nährstoffen, die ein Kind braucht:
Hary: Ja, das stimmt tatsächlich. Aufgrund des etwas anderen Stoffwechsels und des Wachstums brauchen Kinder und Jugendliche mehr Vitalstoffe als Erwachsene. Den höchsten Bedarf im ganzen Leben hat man übrigens in der Pubertät. Da in dem Alter auch ganz wichtige Grundlagen für den Rest des Lebens gelegt werden, empfehle ich spätestens hier eine zusätzliche natürliche Vitalstoffergänzung

5. Vegan for Kids. Ein großes Thema mit dem auch wir immer wieder konfrontiert werden. Was würdest du dazu sagen. Vegane Ernährung bei Kindern JA oder NEIN?

Oh ja ich weiß, das Thema berührt uns auch oft. Ich sage Nein. Und ich stehe dazu. Ich denke, dass einmal die Woche Fleisch und Fisch und gerne öfter mal ein leckeres Bio-Ei für unsere Kinder wichtig ist. Das gilt in meinen Augen auch für Milchprodukte. Aber wir sollten weg von der Häufigkeit. Meine Tochter war das erste Lebensjahr vegan, aber nur deshalb, weil sie Fleisch/Fisch nicht kauen konnte und ich gesagt habe, sobald sie Fleisch in seiner natürlichen (unpürierten Form) essen kann, ist sie auch bereit dafür. Das hat sich für mich natürlich angefühlt. Außerdem mag sie bis heute keine Milch, liebt aber harten Käse. Ich glaube der körperliche Instinkt ist wichtiger als eine bestimmte Ernährungsform und gerade Kinder haben den noch viel ausgeprägter als wir. Das wäre mir wichtig, dass Mamis mehr darauf hören, was Kinder ihnen zeigen.  So, aber Doc Hary darf nun die medizinischen Sicht erklären:
Hary: Ich stimme Sara vollkommen zu. Tierische Lebensmittel enthalten einige sehr wichtige Vitalstoffe, die es in pflanzlichen Lebensmitteln so gut wie nicht gibt. Die für die Energieherstellung so wichtigen Carnitin und Coenzym Q10 sind nur zwei Beispiele. Noch wichtiger aber ist, dass oft übersehen wird, dass zwar pflanzliche Lebensmittel viele der wichtigen Vitalstoffe enthalten, wir aber in unserem Verdauungssystem nicht die Werkzeuge haben, diese Vitalstoffe aus den Lebensmitteln herauszubekommen. Das gilt beispielsweise für die Mineralien und Spurenelemente im Vollkorn-Getreide. Das bestätigt die Forschungsergebnisse der letzten Jahre: die artgerechte Ernährung des Menschen hat – jahreszeitlich schwankend – immer auch aus mehr oder weniger tierischen Lebensmitteln bestanden.

6. Nun gelangen wir auch an ein Ende und da wollen wir dich noch fragen, welche Rezepte auf deinem Blog sind die Lieblingsrezepte deiner Kids? 

Neben der Buddha Bowl liebt Leni die Lachs-Fischstäbchen: https://www.schnabel-auf.de/sesam-lachs/
Aris große Tochter Paula ist großer Fan der Kartoffelsuppe, immer mit wechselnden Toppings: https://www.schnabel-auf.de/kartoffelsuppe-nach-oma-ingrid/
Aris kleiner Tochter Anna ist am liebsten grüne Soßen wie diese: https://www.schnabel-auf.de/gnocchi-mit-gruener-sosse/


MANGOBROT (GLUTEN- & ZUCKERFREI)

Von Sara haben wir uns jetzt einfach mal inspirieren lassen und haben ihr Gemüsebrot nachgebacken. Da wir keine getrockneten Tomaten hatten haben wir ein Mangobrot daraus gezaubert und es hat allen vorzüglich geschmeckt!

ZUTATEN:
250 g Buchweizenmehl
2 Äpfel, gerieben
2 Karotten, gerieben
100 g getrocknete Mango
2 Eier
​50g Leinsamen
1 TL Backpulver

ZUBEREITUNG:

  1. Alle Zutaten miteinander vermengen. Der Teig wirkt sehr starr, daher einfach die Hände oder einen großen Löffel nehmen, um den Teig gut miteinander zu verkneten.
  2. Bei 170 Grad Umluft 45 Min. im Ofen backen.

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